Umfrage: Stress

Was bereitet Ihnen den meisten Stress?
 
2. Meilenstein-Treffen am 17.11.2008
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Wie auch schon bei der Auftaktveranstaltung im Februar diesen Jahres galt auch hier wieder das interaktive Konzept der Veranstalter, welches darauf setzte, Podium und Teilnehmer durch gezielte feedbackorientierte Dialoge miteinander ins Gespräch zu bringen. Kerninhalte der Veranstaltung waren:

  • die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Erhebung der Präventionsreife bei Führungskräften in 522 Unternehmen sowie 82 Betriebsräten aus der ITK-Branche
  • die darauf aufbauenden Interventionsvorhaben in sechs ausgewählten Unternehmen sowie
  • die Möglichkeiten und Grenzen der ökonomischen Bewertung der Gestaltungslösungen zur Erhöhung der Präventionsreife und Stressreduzierung
Bei Begrüßungskaffee und Snacks, begleitet durch eine vom Projekt erstellte PräKoNeT-Slideshow hatte man Gelegenheit für erste Gespräche und erste Impressionen von Verbund- und Valueteam und deren Arbeit aus den letzten Monaten.

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Einleitende Begrüßungsworte erfolgten durch die Moderation, Herrn Klemens Keindl (Core Business Development GmbH). Dem folgte der Eröffnungsbeitrag zu den Erwartungen des BMBF an die Projektrealisierung durch Frau Ilona Kopp, Projektträger „Arbeitsgestaltung und Dienstleistungen“ beim DLR. Im Zentrum des Vormittags stand die Vorstellung von Inhalten, Ergebnissen und Ideen der Teilprojekte PräDiag, PräKom und PräValue.

PräDiag: Prof. Dr. Pfaff, Universität zu Köln, Abteilung Medizinische Soziologie, berichtete über die interessanten Ergebnisse aus der Befragung von 522 Geschäftsführern bzw. deren Vertretern, zu deren Präventionswillen und die im Unternehmen vorhandene Präventionsinfrastruktur. Im Rahmen der Erhebung wurden außerdem 82 Betriebsräte auf der gleichen Basis befragt. Die Einordnung der Befragungsergebnisse in die 3 Kategorien der Präventionsreife (A, B und C) zeigte z.B. deutliche Unterschiede im Zusammenhang mit der Unternehmensgröße.
Zudem regten die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Führungskräften und Betriebsräten zum Dialog zwischen Wissenschaftlern und Praktikern an. Die Highlights der Untersuchung können Sie hier ansehen. LINK ZUM BEITRAG Außerdem wird der bei der Erhebung genutzte Fragebogen (CATI-Befragung) zur Kenntnis gegeben:
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PräKom: Prof. Dr. Stieler-Lorenz, Core Business Development GmbH, erläuterte den Teilnehmern das Vorgehen der Interventionen in den sechs Unternehmen unterschiedlicher Präventionsreife. Auf der Grundlage von Mitarbeiter- und Führungskräftebefragungen wird sowohl mit den Führungskräften als auch mit Mitarbeitern gearbeitet. Dabei steht die Erhöhung der Präventionsreife der Unternehmen und die Reduzierung von Optionsstress im Fokus des Vorgehens. Dabei werden Methoden der Wissenskommunikation eingesetzt, um das Wissen der beteiligten Akteure für den Interventionsprozess zu nutzen. Nähere Informationen dazu sowie die theoretischen Hintergründe für das Vorgehen finden Sie hier:
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PräValue: Prof. Dr. Wasem, Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizinmanagement, - Vor und nach den Interventionen, die sich über 6-9 Monate erstrecken werden, ist die Datenerhebung zur ökonomischen Evaluation der Interventionen vorgesehen. Im interaktiven Prozess mit den Interventionsunternehmen erfolgt die Erfassung der „harten“ Unternehmenskennzahlen für die Kosten-Effektivitätsanalyse anhand eines erarbeiteten „theoretischen“ Kennzahlensets sowie eines Fragebogens zur Erfassung der subjektiven Wahrnehmung ökonomischer/quantitativer Größen. Prof. Wasem verdeutlichte, ausgehend von einer systematischen Analyse des aktuellen Stands in Wissenschaft und Praxis, die Möglichkeiten und Grenzen der ökonomischen Bewertung der Betrieblichen Gesundheitsförderung, die insbesondere im Hinblick auf die Reduzierung psychischer Belastungen bestehen. Weitere Informationen zum ökonomischen Vorgehen finden Sie hier:
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Ein Gastvortrag von Frau Dorothee Koch, Projekt DIWA-IT, gab den Teilnehmern anregende Einblicke über die Ergebnisse eines BMBF-Projektes, das die psychischen Belastungen von IT-Fachkräften vor allem unter dem Aspekt der demographischen Entwicklung in den Unternehmen untersucht. Präsentation ansehen? Hier klicken!

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Der anschließende interaktive Dialog zwischen dem Podium (Verbund- und Valuepartner des Projektes) und den Teilnehmern führte zu Anregungen aber auch zu Kontroversen, die alle auf die am Nachmittag statt findenden Workshops neugierig machten. Besonders inspirierend waren auch die Beiträge der Valuepartner. Sie machten einerseits deutlich, dass es schon zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit gekommen ist, zugleich zeigten sie auch viele Möglichkeiten zur Erschließung von Synergien durch Kooperationen auf. Das gilt insbesondere für die nunmehr beginnende Zusammenarbeit mit dem neuen BMBF-Projekt des BITKOM, IT-50 plus.

Am Nachmittag
standen 2 Workshopthemen im Mittelpunkt. Die Teilnehmer hatten Gelegenheit, beide Workshops zu besuchen. Workshop I: „Dialog zu den Ergebnissen der Präventionsreifediagnostik“ (Workshop I mit Julia Jung und Prof. Dr. Holger Pfaff, Moderator: Klemens Keindl) Workshop II: „Dialog zum Gestaltungsvorgehen in den ITK-Unternehmen und dessen ökonomischer Bewertung“ (Workshop II mit Carolina Lautenbach, Natalie Pomorin, Katharina Friepörtner, Prof. Dr. Jürgen Wasem, Moderation: Prof. Dr. Brigitte Stieler-Lorenz). Die wichtigsten Erkenntnisse der Workshops sollen nachfolgend kurz zusammengefasst werden:

Die Workshops fanden in einer lebhaften, vertrauensvollen aber auch kritischen Atmosphäre statt. Besonders wertvoll war, dass die Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen einbrachten, auch dann wenn sie mit Hemmnissen und Schwierigkeiten verbunden waren. Das war für die Verbundteilnehmer besonders wertvoll.

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Wichtigste Erkenntnisse aus den Workshops PräDiag:

1. Die verschiedenen Sichtweisen von Geschäftsführern und Betriebsräten sollten zusätzlich erweitert werden durch den Blickwinkel der Arbeitnehmer. Dies ist im Rahmen des partizipativen Interventionsvorgehens vorgesehen.
2. Die Dimensionen des Modells der Präventionsreife – Präventionswille und Präventionsinfrastruktur – wurden näher betrachtet. Dabei wiesen die Workshopteilnehmer darauf hin, dass der Begriff „Wille“ verschiedene Reifestadien beinhaltet, wie etwa eine allgemeine Bereitschaft oder ein konkrete Absicht und dass zwischen spontanem Willen und langfristigem Durchhaltewillen zu unterscheiden ist.
3. Eine weitere Erkenntnis war, dass sich ein Übermaß an Infrastruktur im Unternehmen zuweilen auch kontraproduktiv auswirken kann, etwa wenn Arbeitsmediziner und Personalabteilung um Kompetenzen oder Entscheidungsfreiräume streiten.
4. Das Verständnis des Begriffes: „Optionsstress“ war ein weiterer Schwerpunkt des Workshops. Hier gaben die Teilnehmer Anregungen zur Konkretisierung des Begriffes und wiesen darauf hin, dass nicht die Beliebigkeit von Herangehensweisen sondern die Antizipation von Konsequenzen beim Einschlagen von Lösungswegen in der IT-Welt zu Belastungen führen.


Wichtigste Erkenntnisse au dem Workshop PräKom / PräValue:

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1. Die Teilnehmer aus Forschung und Praxis bestätigten, dass eine unternehmensspezifische Gestaltung von Lösungsansätzen das Leitbild für die Interventionen sein sollte. Das Grundkonzept der Interventionen muss einerseits flexibel sein, um sich den jeweiligen Unternehmensbedürfnissen anpassen zu können. Andererseits sollte das Interventionskonzept in seiner Vorgehensweise und Methodik grundsätzlich auch für andere Unternehmen übertragbar sein. Eine interaktive und kooperative Lösungsfindung, gemeinsam mit den betrieblichen Akteuren, kann der Schlüssel für nachhaltige und betriebsspezifische Lösungen sein.
2. In einer sich wandelnden dynamischen Arbeitswelt und sich ändernden Wertevorstellungen innerhalb der Gesellschaft ist es wichtig zu beachten, dass Prävention und Gesundheitsförderung einen lebenslangen Prozess innerhalb aller Altersstufen erfordern. Deshalb sollte Gesundheitsförderung lebensphasenbezogen erfolgen.
3. Eine Voraussetzung, um Unternehmen für die Interventionen zu gewinnen, ist es, anhand eines überzeugenden Konzepts gemeinsam eine Win-Win-Situation herauszuarbeiten. Dabei geht es neben den direkten ökonomische Vorteilen, ebenso um den Nutzen der aus dem Erhalt von Beschäftigungs- und Innovationsfähigkeit über ein Arbeitsleben entsteht.

Die durchweg positiven Feedbacks der Teilnehmer bestätigten den Projektakteuren, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Sie motivierten für die nunmehr zu bewältigenden Projektabschnitte der Interventionen und ökonomischen Evaluationen in den sechs ITK-Unternehmen unterschiedlicher Präventionsreife.

Eine ausführliche Dokumentation zum entstandenen neuen Wissen durch die Interaktion mit den Teilnehmern wird im Verbundteam erarbeitet. Zusammen mit den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen für die weitere Projektarbeit wird diese Dokumentation ebenfalls auf der Website präsentiert werden.